Logistik


Logistik
umfasst alle Aufgaben zur integrierten Planung, Koordination, Durchführung und Kontrolle der Güterflüsse sowie der güterbezogenen Informationen von den Entstehungssenken bis hin zu den Verbrauchssenken. Häufig findet auch die Seven-Rights-Definition nach Plowman Anwendung; danach sichert L. die Verfügbarkeit des richtigen Gutes, in der richtigen Menge, im richtigen Zustand, am richtigen Ort, zur richtigen Zeit, für den richtigen Kunden, zu den richtigen Kosten.
- In der betrieblichen Praxis werden unter der L.-Funktion immer noch unternehmensspezifisch unterschiedliche Aufgaben subsumiert. In Anlehnung an P. Klaus lassen sich drei Konzepte unterscheiden. Unter dem Begriff der „TUL-Logistik“ werden die operativen Aktivitäten des Transportierens (Veränderung von Objekten im Raum), Umschlagens/Kommissionierens (Veränderung der Ordnung von Objekten) und Lagerns (Veränderung von Objekten in der Zeit) zusammengefasst. In einem erweiterten Verständnis „Koordinationslogistik“ werden zusätzlich die planenden und steuernden Aktivitäten des Koordinierens und der ganzheitlichen Optimierung arbeitsteiliger Funktionen betont. Hierzu zählen Beschaffungs-, Produktions-, Distributions- und Redistributionsfunktionen zum Zweck der Befriedigung von Kundenbedürfnissen. Eine dritte, in den letzten Jahren in den Vordergrund getretene Bedeutung der L., akzentuiert die dynamischen Aspekte des Mobilisierens und Fließens von Objekten in Netzwerken. L. als Flow Management zielt auf die unternehmensübergreifende Konfiguration von Netzwerken bzw. Fließsystemen und deren Management. Dabei werden auch Menschen, Informationen und andere nicht-materielle Entitäten (z.B. Dienstleistungen) in die Gestaltung miteinbezogen.
- Die übergeordneten Ziele der L. liegen (1) in der Kostensenkung der logistischen Aktivitäten, (2) in der Verbesserung von Wert und Nutzen von physischen Produkten und Dienstleistungen sowie (3) in der Verbesserung der Flexibilität logistischer Systeme bezüglich Veränderungen in den Umfeldbedingungen.
- Die Bedeutung der L. für den Unternehmenserfolg ist in den letzten Jahren kontinuierlich gewachsen. Ursachen dafür sind die Globalisierung der Märkte und Wertschöpfungsketten, die wachsende Durchdringung der logistischen Prozessketten mit Informations- und Kommunikationstechnologien, die verstärkte Individualisierung der Produkte für Konsumgütermärkte sowie die Deregulierung der Transport- und Telekommunikationsmärkte. Literatursuche zu "Logistik" auf www.gabler.de

Lexikon der Economics. 2013.

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